Empfehlungen zur Blauzungen- Impfung 2026
- Johanna Czerny

- 14. Feb.
- 2 Min. Lesezeit

Im Frühjahr 2025 haben wir die Tiere zweimal gegen BTV-3 (Blauzungenvirus Typ 3) geimpft. Typ 3 ist in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich aufgetreten, und hat sich entgegen der Annahme nicht unmittelbar in den Süden verbreitet.
BTV 3
Auch wenn nicht gesichert ist, dass Typ 3 im Süden (Kärnten, südl. Steiermark) auftreten wird, empfehle ich JETZT die Vollendung der Immunisierung (heuer die 3. Impfung gegen BTV 3 , Impfstoff BULTAVO) durchzuführen und ungeimpfte Jungtiere jetzt mit einer Grundimmunisierung (2 Impfungen im Abstand von 3-4 Wochen) zu versehen. Eine länger dauernde Wetterlage von Nord nach Süd kann die Situation sehr schnell ändern! Die virusbeladenen Mücken (Gnitzen) können mit dem Wind schnell den Süden erreichen.
BTV 4 + 8
Typ 8 kam im Herbst 2025 aus dem Süden (Slowenien, Serbien nach Kärnten und in die südliche Steiermark) mit schrecklichen Folgen, denn es hat sich herausgestellt, dass Typ 8 hochgefährlich für Neuweltkamele ist und die Infektion leider in vielen Fällen tödlich geendet hat.
Sofort verabreichte Impfungen der überlebenden Tiere hat Schlimmeres verhindert, denn auf Betrieben die schnell impfen ließen, sind anschließend keine bzw. nur sehr vereinzelte Todesfälle aufgetreten. (Daten aus meinem Praxisgebiet, ich habe 2025 zwischen 800 und 900 Impfungen an NWK verabreicht.)
Deshalb ist meine Empfehlung, den Kombiimpfstoff gegen Typ 4 und 8 (SYVAZUL) JETZT bei nicht immunisierten Jungtieren zu verabreichen, und die älteren Tiere im Laufe des Sommers nachzuimpfen.
Auch können Stuten, die 2025 eine Impfung erhalten haben, kurz vor dem errechneten Geburtstermin geimpft werden. Die Impfung trächtiger Stuten wurde sehr gut vertragen. Die Crias bekommen dadurch in den ersten Lebenswochen passiven Schutz mit der Muttermilch und können mit ca. 3 Monaten dann auch geimpft werden.
VORBEUGUNG!
Vorbeugend soll im Frühjahr wieder ein Aufgussmittel (DELTANIL) verabreicht werden, um die Tiere vor Mückenbefall zu schützen. Die Krankheit wird ausschließlich durch den Stich infizierter Gnitzen übertragen, aber nicht von Tier zu Tier, und ist auch ungefährlich für den Menschen.
Bei offenen Fragen nützen Sie gerne das Kontaktformular auf meiner Webseite!



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